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Interreligiöser Dialog

Religionsgemeinschaften spielen eine wichtige Rolle bei der Integration. Viele der über 240 Religionsgemeinschaften im Kanton St.Gallen sind mit den Zuzügerinnen und Zuzügern nach St.Gallen gekommen. Das KIG anerkennt die Potentiale von Religionszugehörigen und –gemeinschaften für die Integrationsarbeit und erachtet die religiöse Vielfalt als Bereicherung für die Gesellschaft.

 

Folgende Tätigkeiten werden vom KIG im Bereich des interreligiösen Zusammenlebens realisiert:

  • Verwaltungsinternes Kompetenzzentrum für Religionsthemen
  • Projektunterstützungen
  • Öffentlichkeitsarbeit
  • Projektleitung ida - interreligiöse Dialog- und Aktionswoche


Ida Forum 2018 vom 20. September 2018

Dreizehn interreligiöse Arbeitsgruppen präsentierten ihre Aktivitäten in den St.Galler Gemeinden. Sie unterhielten sich mit Vertreterinnen und Vertretern der Religionsgemeinschaften und des Staates über Herausforderungen des interreligiösen Dialogs. Gemeinsam wurden künftige Schwerpunkte für die interreligiöse Arbeit im Kanton St.Gallen skizziert. Dies auch mit Blick auf die nächste interreligiöse Dialog- und Aktionswoche im September 2019.

 

Interreligiöser Dialog bereichert und stösst Entwicklungen an

Der Rabbiner der jüdischen Gemeinde St.Gallen Tovia Ben-Chorin stellte fest, dass Menschen, die den interreligiösen Dialog führen, innerhalb der Religionsgemeinschaften in der Minderheit sind. Der Dialog über die eigene Gruppe hinaus ist jedoch wichtig, da dieser eine neue Energie in die Gemeinschaften bringt. Auch Martin Klöti betonte die transformierende Wirkung des interreligiösen Dialogs. Das Selbstverständnis wird bereichert und Entwicklungen angestossen.

Bischof Markus Büchel wies mit Nachdruck darauf hin, dass sich die Religionen nicht instrumentalisieren lassen dürfen. Die Religionen müssen sich dagegen wehren, missbraucht zu werden. So sei es Kern des Evangeliums, für geflüchtete Menschen hinzustehen. Über religiöse Grenzen hinweg für Kernanliegen der Religionen einzustehen, ermöglicht auch Entwicklungen in der Gesellschaft.

Martin Klöti, Bischof Markus Büchel, Ann-Katrin Gässlein, Tovia Ben-Chorin, Brane Saric, Bekim Alimi und Martin Schmidt im Gespräch mit dem Publikum

Martin Klöti, Bischof Markus Büchel, Ann-Katrin Gässlein, Tovia Ben-Chorin, Brane Saric, Bekim Alimi und Martin Schmidt im Gespräch mit dem Publikum

Dialog beginnt bereits innerhalb der Gemeinschaften

Bekim Alimi, Präsident des Dachverbandes Islamischer Gemeinden der Ostschweiz und des FL DIGO betonte, dass der Dialog bereits innerhalb der verschiedenen muslimischen Gemeinschaften beginnt. Es ist stets kritisch zu hinterfragen, ob man vom Gleichen spricht. Martin Schmidt, Kirchenratspräsident der ev.-ref. Kantonalkirche bestätigte, dass auch innerhalb seiner Kirche die Auslegung des Evangeliums steter Diskussionspunkt ist. Dies zeigt sich aktuell in den Positionen gegenüber dem Vermummungsverbot.

 

Religiöses Leben der Migrantengemeinden verändert sich in der Schweiz

Brane Saric, serbisch orthodoxer Pfarrer führte aus, dass die staatliche Anerkennung der Religionsgemeinschaften als Dialogpartnerinnen, die Gemeinschaften im positiven Sinne auch verpflichtet. Dies insbesondere auf die Ausgestaltung eines orthodoxen Lebens in der Schweiz. Man möchte nicht dominant sein und einen Beitrag an eine gut funktionierende Gesellschaft leisten.

Ann-Katrin Gässlein, Präsidentin des Runden Tisches der Religionen St.Gallen und Umgebung führte aus, dass viele migrierten Menschen in der Schweiz neue Erfahrungen auch bezüglich der Ausübung ihrer Religion machen. Viele Gruppen, die vor religiöser Verfolgung in die Schweiz geflüchtet sind, erfahren hier Religionsfreiheit. Damit interreligiöse Begegnung wieder möglich wird, ist es wichtig Diskriminierungserfahrungen im Rahmen des Dialogs zu thematisieren.

Zukünftige Schwerpunkte für das Zusammenleben in religiöser Vielfalt

Die «St.Galler Erklärung für das Zusammenleben der Religionen und den interreligiösen Dialog» ist seit 13 Jahren der Rahmen und Bezugspunkt für den interreligiösen Dialog im Kanton. Die Anwesenden waren sich einig, dass die Inhalte der Erklärung weiterführend bearbeitet werden müssen.

In den letzten Jahren haben sich staatliche Stellen geöffnet und sind mit konkreten Massnahmen der religiösen Vielfalt gerecht geworden. So bestehen auf dem Friedhof Feldli in der Stadt St.Gallen muslimische Grabfelder. Im Kantonsspital St.Gallen wurde im April 2018 die Spitalkappelle eröffnet, in der auch andere Religionen ihren Platz haben. Seit Kurzem können Musliminnen und Muslime im Kantonsspital St.Gallen muslimische Spitalseelsorge in Anspruch nehmen.

Die Anwesenden waren sich einig, dass diese und andere gute Beispiele in Zukunft an weitere Orte übertragen werden sollen.


Religion und Staat – wer schützt wen?

Beiträge aus der St.Galler Konferenz zu Fragen von Religion und Staat

 

Am 12. September 2017 fand die «St. Galler Konferenz zu Fragen von Religion und Staat» im Kantonsratssaal in St.Gallen statt. Im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung diskutierten Mitglieder der Kantonsregierung und Vertreterinnen und Vertreter von Religionsgemeinschaften über Möglichkeiten, die Gesellschaft und die Religionsgemeinschaften vor religiös oder politisch begründeter Gewalt zu schützen.

 

Alle Beiträge sind nun in der Broschüre «Religion und Staat – wer schützt wen?» publiziert. 


Interreligiöse Dialog- und Aktionswoche ida 2017 war ein Erfolg

Über tausend Personen haben im ganzen Kanton an Veranstaltungen im Rahmen der interreligiösen Dialog-  und Aktionswoche vom 11. bis 17. September 2017 teilgenommen. Das Medienecho war beträchtlich. Die Berichterstattung ist hier verfügbar: ida in den Medien.


Radioprojekt «ida on air»

Mit dem Radioprojekt «ida on air» gestalten Jugendliche ihre eigenen Radiosendungen zu Gender- und Religionsthemen. Das Projekt richtet sich an Schulen, an Gruppen der ausserschulischen Jugendarbeit, an Jugendverbände, Jugendorganisationen und Kulturvereine. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollten zwischen 12 und 18 Jahre alt sein.

Die Kurskosten von «ida on air» werden für Klassen oder Gruppen aus dem Kanton St.Gallen vom Kompetenzzentrum Integration und Gleichstellung übernommen. Die Projektspesen von insgesamt Fr. 210.– trägt jede Klasse bzw. Gruppe selber.


Clip zur IDA-Konferenz «10 Jahre St.Galler Erklärung»

Vertreterinnen und Vertreter von acht Religionsgemeinschaften, des Kantons und der Stadt unterzeichneten am 9. September 2015 die «St.Galler Erklärung für das Zusammenleben der Religionen und den interreligiösen Dialog».

Textalternative zum Video: IDa FHD.mp4


Kontakt

  Marlen Rutz Cerna
Adresse: Spisergasse 41
9001 St.Gallen
Telefon: 058 229 26 59

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Interreligiöse Dialog- und Aktionswoche im Kanton St.Gallen